my cancer (Vorbereitung)

….den Chemo-Doktor. Hmm, was für ein Treffen. Hat mich bestätigt, den Weg mit Bestrahlung in Weilheim und Chemo in Herrsching zu gehen.

Neben dem inhaltlichen Austausch was nun alles durch und mit der Chemo passiert, hat mich die Aussage zur Haltung des Doc. sehr beeindruckt. Was passierte: Er setzte sich neben mich, hatte einige Papiere in der Hand die mich zu einer vorlauten Frage motivierten.“ Ahh, nun kommen dieüblichen schriftlichen, rechtlichen Absicherung die ich unterschreiben soll?“ 

Seit einem Jahr habe ich die meisten Unterschriften unter Vereinbarungen getätigt, die der Ärzteschaft, den Praxen, den Krankenhäusern bestätigt,dass sie mich über alle möglichen und unmöglichen Risiken informiert haben, um damit potentiellen Klagen vorzubeugen. Hmmm, was für ein von Ängsten gesteuertes „Kranken-System“ Wirtschaftliches, aber nicht die Gesundheit des Menschen, abzusichern.

Nun zurück zum Chemo-Doc. Seine Antwort war: „Dies sind einige Merkblätter, z.B. Fahrtkostenerstattung seitens der Krankenkasse, oder Reha. Übrigens, bei mir keine Unterschriften, wenn ich einmal verklagt werden sollte, dann schmeisse ich den Job hin.“ Wow, in einer Körperlich-Kranke-Reparieren-Welt, in der „Absichern“ das scheinbar wichtigste ist, eine ganz besondere Einstellung. Chapeau meinerseits.

Langsam fängt es an, dass ich mich auf die RCT freue, einerseits in der Annahme, dass die Schmerzen weniger und weniger werden, andererseits, wünsche ich mir nun meine Schritte zu körperlichen Gesundung zu gehen, meinen Anteil zu leisten. In Weilheim habe ich nun auch die Maske angepasst bekommen, denn der Kopf ist ja während der Bestrahlung fest fixiert. Komisches Gefühlt so angeschnallt zu sein, eine Art Schnorchel im Mund zu haben, Atmung ist ok sowohl durch die Nasen wie auch durch den Schnorchel, Schlucken geht  auch, darf auch sein.
Mit einigen Personen, aus meiner Vergangenheit, habe ich anscheinend doch noch intrinsisch etwas zu klären. Doch noch, weil ich annahm, Vielesbereits gelöst, aufgelöst zu haben.

Fragen die in mir aufkamen, bin ich biologischer Vater eines Kindes, dass ich nur 2 mal gesehen habe?  Habe ich meiner Mutter wirklich tief in mir verziehen, dass Sie mir vermutlich meinen wirklichen Vater vorenthalten hat? Habe ich Ihr wirklich vergeben, dass Sie im schwangeren Zustand (mit mir) Selbstmord begehen wollte?

Nun Groll habe ich keinen mehr, aber ich mache mir Gedanken dazu in welcher Situation Sie gelebt hat. Ich, ein „Kuckuckskind“ war eine Schande!!Meine Existenz als Baby, Kleinkind, Heranwachsender, war für Sie zu jedem Moment eine Dauerkonfrontation mit „gesellschaftlich“ Schande.
Ho’ oponopono ist mir eingefallen, habe ich vor Langem letztmalig angewendet. Ja, das nutze ich zur Zeit um meinen tiefen Frieden mir diversen Menschen und mit mir zu erlangen. Stelle dabei fest, ja, da war Einiges noch nicht völlig gelöst.

Ist sehr einfach mit 4 kleinen Messages aus dem Herzen anzuwenden: 

Was immer es ist, dass ich Dir angetan habe, bitte ich Dich um Verzeihung!

Was immer es ist, das Du mir angetan hast, ich verzeihe Dir zutiefst!

Was immer Du Dir selber damit angetan hast, bitte verzeihe Dir selbst!

Was immer ich mir damit selber angetan habe, ich vergebe mir selbst!


Immer ist der Begriff SELBST dabei. Dies stärkt das eigene Selbst-Bewusstsein, Selbst-Wert, Selbst-Vertrauen und die Selbst-Liebe. Nicht EGO!

Später mehr, was ich zu „Liebe“ in mir entwickelt habe… 

Auch und gerade mit mir zum Thema „Kämpfen Müssen!“ Vielleicht muss ich gar nicht mehr kämpfen, vielleicht auch nicht gegen den Krebs, sondern liebevoll anerkennen dass der Krebs da ist, ich zu akzeptieren habe, dass er hier und jetzt da ist, noch! Beim Austausch mit dem Chemo Doc hatte mich eine der Schwestern gefragt ob ich wüsste, dass jeder Mensch Krebszellen in sich hat?

Bei mir sind sie nun aktiv geworden,  Mein Leben wohl für einige Zeit mit Einschränkungen stattfinden wird, jedoch nicht zu Ende ist, dem Krebs Grenzen zu setzen sind. Eher, das was immer an Zeit bleibt, auch von mir im „Hier und Jetzt“ als „überwiegend wunderbar“ wahrgenommen werde darf. 

Na klar, als Klugschei..er habe ich mein Klientel immer auf „Hier und Jetzt“ zu Ihren individuellen, auch beeinträchtigenden Situationen hingewiesen, nun gilt dies natürlich für mich selbst…

Am Dienstag 1.6. gehts los, zuerst Chemo, dann Bestrahlung, wie wird es mir damit gehen….


3 Kommentare on “my cancer (Vorbereitung)”

  1. Josef sagt:

    Lieber Christian, ich freue mich, Deine cancers zu bekommen, um zu erfahren, wie es Dir geht. Die Chancen, es gut zu schaffen, sind in jedem Falle gegeben. Ein Kollege von mir hat ebenfalls eine schwierige Phase hinter sich, und hat es geschafft.
    Ich drücke Dir beide Daumen.
    Josef Ebner, Kollege von Gerhard Burtscher
    Vorarlberg

  2. GISELA CHRIST BASILONE sagt:

    Hallo Christian,
    ich freue mich dass du so positiv und zuversichtlich der Bestrahlungs-Terapie entegensiehst und wuensche Dir morgen einen guten Beginn. In Gedanken werde ich bei dir sein und fuer dich beten. .Herzlichst deine Schwester Gisi

  3. Peter Schmidt sagt:

    Deine Offenheit ist sehr beeindruckend, lieber Christian. Viele gute Wünsche von Peter


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