mycancer

Update 13.Juli 2021

Heute die Nr. 29 Bestrahlung von geplanten 37 gehabt. Keine Ahnung ob ich dies durchhalte…. Die Nebenwirkungen sind halt heftig, sehr heftig. Meine behandelnde Ärztin hatte mir empfohlen für ein paar Tage auf parenterale Ernährung umzusteigen. Die tun in der Tat Ihr Bestes um angemessen und passend zu den vorhandenen Radioonkoloischen Leitlinien die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen zu mildern. Nun, hab mich damit beschäftigt was das bedeutet und habe mich (zur Zeit) dagegen entschieden.

Von abends 18h bis morgens 8h wird dann die Astronahrung über einen Port dem Körper zugeführt. Ja, bin dann am Tropf, mir graut es bei dem Gedanken, dass ich mich im Schlaf dann schwerlich umdrehen kann. Und ein paar Tage werden dies dann nicht, sondern eher Restzeit der Bestrahlung, plus ca.14 Tag Regeneration der Schleimhäute. Dabei kann ich zur Zeit sehr gut schlafen, ist auch förderlich für die Heilung.

Nun, ich werde sehen, vielleicht entscheide ich mich auch für eine deutliche Reduzierung der Bestrahlungszeit, nicht 37 mal, sondern nur 30 oder 32 mal. Dann wäre der kommende Mittwoch oder der Freitag Ende. Das Risiko, hmmm, nicht genau einschätzbar, da für die „Standard“ Versorgung eine 80% Chance zur Heilung nach 5 Jahren besteht. Für das was meine Individuelle Vorgeschichte angeht, gibt es keine wirklich vergleichbaren Statistiken.

Zur Zeit sagt meine Intuition, „mir reicht es“!

Update 27. Juni 2021

…schlimmer geht immer, stimmt, werde nun die nächsten 2 Wochen wohl noch heftige Nebenwirkungen haben, Gewicht verlieren, Kreislauf im Keller. Nun ich habe mich entschlossen, dann wieder zu berichten, wenn ich auf dem Weg der Gesundung bin. Daher alle, die mir Ihre Genesungswünsche, Empfehlungen, Hausmittel zur Linderung und auch mentale Energie geschickt haben, besten Dank.

I will be back! :)))

Ciao a doppo


Update 20.Juni 2021

… die letzten 3 Tage waren heftig, bzw. sind auch aktuell ohne Perspektive auf Besserung. Die Chemos verursachen zutiefst Unwohlsein, Übelkeit und Befürchtung vor Erbrechen im Magen und im Kopf. Kann nicht mal mehr Brei zu mir nehmen. Zum leeren Magen kommt nun noch niedriger Blutdruck. Mal sehen was die nächsten Tage ergeben.

Positiv war die Aussage vom Freitag (nach der Bestrahlung), dass der Tumor „erkennbar“ kleiner wird, und das nach dem nun 3 Chemozyklus und der 13 Bestrahlung. Laut Standard Plan noch weitere 3 Chemos und 22 Bestrahlungen. Mal sehen ob in der kommenden Woche Anpassungen erörtert werden, bzw. möglich sind. Vielleicht ergibt sich ja aus den Fortschritten, dass gerade die Chemo angepasst werden kann, insbesondere, da mein Virus der HPV 16 der „Gute“ unter den Bösen Krebsviren ist.

Die Vorstellung, mir Kalorien nur über Astronautenkost zuzuführen ist be-ängstigend, führt zu Übelkeit und „Befindlichkeit“ im Magen. Warmes nur als Tee oder flüssige, klare Brühe zu mir zu nehmen ist erschreckend. Da kommt schon der Gedanke hoch, ob sich dieser Zustand je wieder verändern wird… hmm, Lebensqualität Genuss ist aus meiner Sicht (IMO) gefährdet.

Gut ist, dass ich nach Tagen meinen Latte Macchiato wieder trinken kann, dass ich 48 Portionen Astronautennahrung geliefert bekommen habe (4/Tag machen 1600Kcal, ich brauche 1800-2000Kcal)) Ob ich diesen Zustand der Ernährung (mich zu überwinden) für weitere 4 Wochen aushalte, keine Ahnung… 

Klar, ich verliere Gewicht, und auch mental komme ich an erste Grenzen. Bin gefordert gerade beim Aufstehen, egal vom Bett, Sofa oder Stuhl, sehr langsam den Kreislauf zu aktivieren, eines Morgens bin ich zusammengeklappt, Kreislaufschwäche, nicht passiert ausser weitere 2 Stunden danach im Bett geschlafen. Dafür aber täglich mindestens 60 Min. draussen in der Natur oder am See gehen.

So langsam wird mir bewusst, dass Krebs eine sehr ernsthafte Erkrankung ist, der Prozess der Gesundung von heftigsten Nebenwirkungen begleitet ist. Höchsten Respekt für Menschen, die diesen Prozess bewältigen, die diesen Weg gegangen sind. Und nein, keine smarass Anstöße heute, bin damit beschäftigt, mich selbst mental auf mein „Überleben“ der kommenden Woche vorzubereiten…
Update 13.Juni 2021

….nur ein kurzes Update. Geschmack verloren, Schmerztabletten durchgängig nehmen, Protonen Pumpenhemmer nun auch, MCD und weitere Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, hmmm, für die Zeit der RCT (RadioChemotheraphie) akzeptiere ich mittlerweilen diese Verordnungen, hatte sie bisher als Empfehlung ab und zu befolgt.

Dabei kommt mir die Geschichte „Einstellung und Haltung“ in Italien in den Sinn. (mir fehlt Italien, das Essen, das Licht, das Meer, die Umgangskultur) In dem sehr berührenden Film „Unter der Sonne der Toskana“ https://www.youtube.com/watch?v=lUXWnbfHu0c kommt es zu einer Szene im Alfa Cabrio mit der Aussage der Protagonistin (sinngemäß) aus den USA zu Ihrem italienischen Liebhaber „Du kannst doch nicht einfach die rote Ampel überfahren…!“, der die Antwort folgt: „Weisst Du die Farben der Ampel sind doch nur Empfehlungen.“

Habe das bei meinem Klientel ofters genutzt, um auf manche Absurditäten beim „Einhalten“ von Regeln zu verweisen. Wenn z.B. Zwei Adrenalinjunkies mit Ihren getunten 500 PS SUV’s ein Rennen veranstalten, dann werde ich mich hüten bei einer grünen Ampel die Rennstrecke zu überqueren…

Naja, zurück, JA, „Überwindung“ wurde und wird weiterhin ein Key für meine weitere Gesundung sein. Überwindung, das Empfinden von Übelkeit zu ignorieren und etwas zu mir zu nehmen, dass merkwürdig schmeckt. Merkwürdig, nicht weil ich es so gekocht habe, sondern merkwürdig, weil meine Schleimhäute heftigst entzündet sind. Die tägliche Bestrahlung und die Chemo mit toxischer Chemie, die wohl hilfreich beim Bekämpfen der Krebs HPV 16 Viren ist, verursacht, dass meine Geschmacksnerven komplett durchdrehen. 

Bisher habe ich noch keine verbindliche Aussage erhalten, dass sich alles wieder einstellen wird. Daher, Überwindung, die zur Zeit möglichen Arten von Suppen, Huhn, Rindfleisch, Brokkolie mit veganen Pulver, das als eine Art Astronautennahrung zu nutzen ist, zu mischen. Dieser Brei ist no fun, und fördert nicht die Freude an Essgenuß, vom Rosso al Sera ganz zu schweigen… Wow, hab seit Dezember 2020 gerade mal 2 Glas Wein, erfolglos, versucht.

Sorgen macht mir mein Gewicht, bin heute morgen auf 79k runter, kann aber keine Nudeln, Kartoffeln oder Brot essen, mal sehen was ich da mental bei mir noch machen kann… werde berichten.

Schlafen kann ich ohne Ende, leicht 10-12 Stunden mit einer oder zwei 5 Minuten Unterbrechungen und Besuch der Keramikabteilung, gefolgt vom sofortigen erneuten Einschlafen. 

Arbeit macht mit Spass und Freude, achte darauf nicht mehr als ca. 2-3 Termine pro Tag zu erfüllen, reden fällt wohl schwer, aber da die Inhalte ja Bestandteil meiner Passion und Berufung sind, kostet mich das  überhaupt keine Kraft.

Dabei, hmm nun doch noch, kurz ein Anstoß von mir smartass (Klugscheisser) zum hochaktuellen Thema Rente mit 68/70… Stellt Euch vor, das komplette Bildungssystem, die Begleitung von Kindern ins Leben, insbesondere ins Berufleben wäre getragen von einer Frage und Vorstellung: 

Wäre es denn Arbeit, wenn Menschen das tun was Ihnen selbst Spass und Freude bereitet, was sie als Bereicherung für das Leben verstehen, was sie als „Sinnvoll“ ansehen, was mit einer selbstgewählten Wertigkeit für Andere versehen ist… 

Stellt Euch vor, das irgendwann Kinder so ins Berufsleben begleitet werden, von Eltern und von Systemen die genau diese Eigenverantwortung, dieses „Empowerment“, fördern und unterstützen. Ich behaupte, diese Kinder werden im sogenannten „Rentenalter“ nicht an „retirement“ denken, daran wie lange sie noch „Arbeit leisten“ müssen um Rente zu bekommen. 

Die daraus resultierenden Folgen auf Steuersysteme, Grundeinkommen, Rentenkassen wären meines Erachtens eine Wandlung vom „müssen“ (leben einer übergestülpten Verhaltensuniform) hin zum „wollen“ (leben von echter Haltung)… Naja… wer mag kann mich dazu gene mal kontaktieren. Denke schon, ich bin ein lebendiges Beispiel für „wollen“… Können, kann das jeder, wenn er will…
Update 6.Juni 2021

…wie wird es mir gehen…? Zunächst, besten Dank für die Reaktionen, hier, persönlich, per mail, whatsapp, Telefon etc. 

Nun, alles hat einen Sinn, auch wenn er nicht sofort ersichtlich ist. So auch der Krebs; als eine Art von vielen Herausforderungen, NICHT darunter zu leiden, sondern ihn als Chance zur Gesundung von Körper, Geist und Seele zu nutzen. An dieses Erkenntniss-Prinzip glaube ich zutiefst. Darum, Mitgefühl ist mir herzlich willkommen. Mitleid, weder als Floskel, noch als Empfindung, passt nich zu meinen Mindset. Ich wünsche nicht, dass Menschen wegen mir Mit-Leiden… 

Nun, zurück zur ersten Woche, positiv gestimmt habe ich die Onkologie aufgesucht um meine erste Chemo (am Tropf) zu empfangen. Mental war ich auf ca. 2 Std. eingestellt, daher erstes Uppps, die Blutwerte (Kreatinin) waren an der Grenze, (zuviel an Protein, Ibuprofen…?) getrunken hatte ich mehr als die wichtigen 2 L. Konsequenz 4 Stunden am Tropf; gestehe gerne, war nach der 3 Stunde doch etwas genervt. Jedoch, wie ich ja als „smartass“ meinem Klientel spiegel… „nicht mein Wille (kognitive Kopf) geschehe, sondern dein Wille (selbstbewusste Herz)!“

Dies hat mich dann doch wieder etwas an Gelassenheit leben lassen, getragen von Demut. 

Am Abend dann die erste Bestrahlung, mit der Maske, die den Kopf bewegungslos festklammert. Nun, habe bis 120 gezählt, dann war es vorbei, mit der Vorbereitung sind knapp 15 min. vergangen, beides, Chemo und erste Bestrahlung habe ich nun erfahren wie das ist, und war doch eher beschwingt, da ich am Abend des 1.6. keine unangenehmen Nebenwirkungen verspührte.

Zwei hocherfreuliche, berührende und sehr bereichernde Termine folgten am nächsten Tag, dann am Abend nächste Bestrahlung und müde, aber mental entspannt zu Bett. 

Dies änderte sich Nachts dann, Übelkeit, Brechreiz, Unwohlsein machte sich breit, nur noch ab und zu etwas an Schlaf, dabei müde, Magen rebelliert, hmmm, tagsüber dann keine Lust auf Mahlzeiten. Viel trinken, und etwas an hochkalorischer Trinknahrung zu mir genommen, dennoch immer flaues Gefühl. Zum Abendessen Hähnchenbrust auf Zuccinibeet mit Peccorino leicht überbacken „in mich hinein gezwungen!“. Werde mental alles tun um mein Gewicht zu halten. Dabei kam mir ein weiteres Aspekt in Erinnerung, den ich teilen mag.

Wann immer (Chef, Kollegen, Mitarbeiter, private Beziehungen, etc..) zu welchem Thema (Umgang, Kritik, Forderung, Bitte um Hilfe, Verzeihung, etc..) auch immer, es gilt den eigenen Bedenken, Zweifeln, Befürchtungen die Macht zu nehmen. Dazu bedarf es die Empfindung, das Gefühl von intrinsischen „mich selbt überwinden müssen“ als „To Do“ im Hier und Jetzt wahrzunehmen. Ganz bewusst nutze ich seit Langem, dies als positives eigenes Potential, aus Erfahrung „wissend“ das „noch“ unbekannte Ergebnis wird befreiend wirken.

Mir hat dabei geholfen mir zu sagen, „ok ich überwinde die Angst, ich esse nun“. Zu kommunizieren: „ok, ich überwinde mich und sage Ihnen nun mal….“ kann ein leichter Einstieg sein.

Die Belohnung in meinem Fall war, alles aufgegessen, Gefahr des Gewichtsverlustes reduziert. Fühlt sich nach Freiheit an, Befreiung von den eigenen mich behindernden Gedanken…..

Bin mir sicher, die Ein oder Andere Erfahrung ist bekannt, wenn dann doch! mal gesagt wird was schon lange innerlich schlummerte, oder?…. 

Am 4.6. erneut, ungeplant am Tropf, um die Nebenwirkungen etwas zu reduzieren, Medikament bekommen, die das Unwohlsein reduzieren soll… 

Die bisherigen gewonnenen Erkenntnisse bestätigen mich darin, ein neues Buch zu schreiben, Geschichten zu teilen, die als Anstoss dienen, wie das Ablegen von „absurden“ angenommenen Verhaltensuniformen die eigene Lebensqualität deutlich verbessert…. Den Arbeitstitel habe ich bereits, ist als Begriff bei vielen meiner Klienten schon mal gefallen… 

„…dann ist das Gulasch noch (!) nicht gar!“ (Copyright*)
Update 30.Mai 2021

….den Chemo-Doktor. Hmm, was für ein Treffen. Hat mich bestätigt, den Weg mit Bestrahlung in Weilheim und Chemo in Herrsching zu gehen.

Neben dem inhaltlichen Austausch was nun alles durch und mit der Chemo passiert, hat mich die Aussage zur Haltung des Doc. sehr beeindruckt. Was passierte: Er setzte sich neben mich, hatte einige Papiere in der Hand die mich zu einer vorlauten Frage motivierten.“ Ahh, nun kommen dieüblichen schriftlichen, rechtlichen Absicherung die ich unterschreiben soll?“ 

Seit einem Jahr habe ich die meisten Unterschriften unter Vereinbarungen getätigt, die der Ärzteschaft, den Praxen, den Krankenhäusern bestätigt,dass sie mich über alle möglichen und unmöglichen Risiken informiert haben, um damit potentiellen Klagen vorzubeugen. Hmmm, was für ein von Ängsten gesteuertes „Kranken-System“ Wirtschaftliches, aber nicht die Gesundheit des Menschen, abzusichern.

Nun zurück zum Chemo-Doc. Seine Antwort war: „Dies sind einige Merkblätter, z.B. Fahrtkostenerstattung seitens der Krankenkasse, oder Reha. Übrigens, bei mir keine Unterschriften, wenn ich einmal verklagt werden sollte, dann schmeisse ich den Job hin.“ Wow, in einer Körperlich-Kranke-Reparieren-Welt, in der „Absichern“ das scheinbar wichtigste ist, eine ganz besondere Einstellung. Chapeau meinerseits. 

Langsam fängt es an, dass ich mich auf die RCT freue, einerseits in der Annahme, dass die Schmerzen weniger und weniger werden, andererseits, wünsche ich mir nun meine Schritte zu körperlichen Gesundung zu gehen, meinen Anteil zu leisten. In Weilheim habe ich nun auch die Maske angepasst bekommen, denn der Kopf ist ja während der Bestrahlung fest fixiert. Komisches Gefühlt so angeschnallt zu sein, eine Art Schnorchel im Mund zu haben, Atmung ist ok sowohl durch die Nasen wie auch durch den Schnorchel, Schlucken geht  auch, darf auch sein.
Mit einigen Personen, aus meiner Vergangenheit, habe ich anscheinend doch noch intrinsisch etwas zu klären. Doch noch, weil ich annahm, Vielesbereits gelöst, aufgelöst zu haben. 

Fragen die in mir aufkamen, bin ich biologischer Vater eines Kindes, dass ich nur 2 mal gesehen habe?  Habe ich meiner Mutter wirklich tief in mir verziehen, dass Sie mir vermutlich meinen wirklichen Vater vorenthalten hat? Habe ich Ihr wirklich vergeben, dass Sie im schwangeren Zustand (mit mir) Selbstmord begehen wollte? 

Nun Groll habe ich keinen mehr, aber ich mache mir Gedanken dazu in welcher Situation Sie gelebt hat. Ich, ein „Kuckuckskind“ war eine Schande!!Meine Existenz als Baby, Kleinkind, Heranwachsender, war für Sie zu jedem Moment eine Dauerkonfrontation mit „gesellschaftlich“ Schande.
Ho’ oponopono ist mir eingefallen, habe ich vor Langem letztmalig angewendet. Ja, das nutze ich zur Zeit um meinen tiefen Frieden mir diversen Menschen und mit mir zu erlangen. Stelle dabei fest, ja, da war Einiges noch nicht völlig gelöst.

Ist sehr einfach mit 4 kleinen Messages aus dem Herzen anzuwenden: 

Was immer es ist, dass ich Dir angetan habe, bitte ich Dich um Verzeihung!

Was immer es ist, das Du mir angetan hast, ich verzeihe Dir zutiefst!

Was immer Du Dir selber damit angetan hast, bitte verzeihe Dir selbst!

Was immer ich mir damit selber angetan habe, ich vergebe mir selbst!

Immer ist der Begriff SELBST dabei. Dies stärkt das eigene Selbst-Bewusstsein, Selbst-Wert, Selbst-Vertrauen und die Selbst-Liebe. Nicht EGO!

Später mehr, was ich zu „Liebe“ in mir entwickelt habe… 

Auch und gerade mit mir zum Thema „Kämpfen Müssen!“ Vielleicht muss ich gar nicht mehr kämpfen, vielleicht auch nicht gegen den Krebs, sondern liebevoll anerkennen dass der Krebs da ist, ich zu akzeptieren habe, dass er hier und jetzt da ist, noch! Beim Austausch mit dem Chemo Doc hatte mich eine der Schwestern gefragt ob ich wüsste, dass jeder Mensch Krebszellen in sich hat? 

Bei mir sind sie nun aktiv geworden,  Mein Leben wohl für einige Zeit mit Einschränkungen stattfinden wird, jedoch nicht zu Ende ist, dem Krebs Grenzen zu setzen sind. Eher, das was immer an Zeit bleibt, auch von mir im „Hier und Jetzt“ als „überwiegend wunderbar“ wahrgenommen werde darf. 

Na klar, als Klugschei..er habe ich mein Klientel immer auf „Hier und Jetzt“ zu Ihren individuellen, auch beeinträchtigenden Situationen hingewiesen, nun gilt dies natürlich für mich selbst…

Am Dienstag 1.6. gehts los, zuerst Chemo, dann Bestrahlung, wie wird es mir damit gehen….
Update 20.Mai 2021

…..passierte Eigenartiges. Wie immer fahre ich, wenn möglich, sehr schnell, ansonsten halt mit angemessener, überschaubarer Übertretung der Höchstgeschwindigkeit.Reaktionsfähigkeit passte, immer mit dem Focus, vorausschauend die Unzulänglichkeiten von Anderen mit berücksichtigend, aber eben sehr schnell.

Natürlich beschäftige mich der Verkehr, dennoch schwang mit, dass ich keinerlei Erfahrung mit Krebs, den Beeinträchtigungen der Nebenwirkungen der Therapie und den Aussichten auf Heilung habe.Mein Krebs basiert auf dem HPV 16 Virus, gegen den mittlerweilen junge Frauen, geimpft werden. Hmm, warum eigentlich nicht Jungens? Durch Sex und intime Kontakte wird dieser Virus übertragen. Wen habe ich ggfls. vor vielen Jahrzehnten angesteckt? Wer, eventuell mich?

Meine Kindheit und meine Jugend ging mir wieder einmal durch den Kopf. Vieles hatte ich bereits be- und verarbeitet, jedoch immer wieder gibt es neue Klarheiten und daraus Erkenntnisse.

Vor ca. 30 Jahren hat meine Reise der Selbsterkenntnis begonnen. Warum von 30 Jahren? Nun dazu ggfls. etwas später mehr…. 

Eine Erkenntnis war künftig, zumeist, Entscheidungen aus innerer Unabhängigkeit zu treffen. Nach dem Enneagramm bin ich ein Kämpfer. Habe immer wieder bewiesen, dass weder wirtschaftliche, noch emotionale Herausforderungen mich zum Aufgeben bringen. 

Kurz vor Berlin hörte ich im Radio den Song „Wonderful World“, als plötzlich mir heftig die Tränen in die Augen schossen und ich weinen musste, lass esgeschehen sagte ich zu mir und nach dem Song Ende fühlte ich, irgend etwas passiert wieder einmal innerlich in mir…

Am nächsten Tag als anfing diese Zeilen zu schreiben, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, für eine, Achtung! „meine, wunderbare Welt“ brauche ich „eigentlich“ nicht mehr zu kämpfen. Es gilt, nun alles so anzunehmen wie es ist, ohne Gram, Groll, Sorgen, negativen Gedanken, all das was ich meinem Klientel unter der Headline „Mind Fucking“ zu Ihren Themen zurückspiegelte. 

Zumal der Erfolg der künftigen RCT nicht alleinig von mir abhängig ist.

Intrinsisch hatte ich wohl das Glaubensprinzip „immer kämpfen müssen“ über Jahrzehnte verinnerlicht. Als eine Art Sklave dieses selbstgewählten Paradigmas, als Zwang, als Ungerechtigkeit des Lebens. Nicht aber als ein Talent oder Stärke meinerseits, die in diesem „wundervollen Leben“ vorhandenen Herausforderungen anzugehen und bestmöglich zu meistern. 

Dies hat NICHTS mit innerer Unabhängigkeit zu tun, eher mit selffulfilling prophecy!!

Plötzlich wurde mir klar, warum vor vielen Jahre ein Banker zu mir sagte, „Herr Christ, Sie stehen immer wieder auf, Ihnen werde ich immer mit einer angemessenen Kreditlinie zur Seite stehen, denn Sie werden Ihre Herausforderungen meistern“… Er, nicht ich, hatte mein Talent, meine Stärke erkannt.
Hmm, dabei sind mir ca. 1,5 Mio DM Bürgschaften aus den 80er Jahren als Startup Unternehmer eingefallen und wie es mir gelungen ist diese auszulösen, ohne „rich family“…

„Immer kämpfen müssen“ nein, nun in Demut zu akzeptieren, dass ich trotz Höchstdosierung von Schmerzmitteln nur noch halbe Portionen essen kann. Noch geht mit erheblichen Schwierigkeiten Spinat, Kartoffelbrei oder Mittelmeergemüse, Lachs oder Maishähnchen, gut dass ich etwas an Geschmack noch genießen kann, der Rosso al Sera oder auch die Mangoschorle, die ich vor einer Woche noch trinken konnte, geht heute nicht mehr.

Berlin, war sehr schön, bin Dankbar meine langjahrige Freundin zu sehen, etwas an Zeit gemeinsam zu verbringen. Die Fahrt war eine Inspiration, eine Bereicherung an neuen Erkenntnissen auf meinem Weg. Zu meinen Ansichten ob dieses Weges, den alle gehen, mehr oder weniger bewusst, dazu später einmal mehr…

Nun bin ich sehr gespannt, wie ich diese gewonnene Erkenntnis ob meiner Talente und Stärken in dieser Situation anwende. Wieviel einerseit Zuversicht, andererseit Gelassenheit in mir ist um meinen mentalen Anteil an einer erfolgreichen RCT Therapie zu leisten. Mittwoch wird spannend, dann treffe ich den Chemo-Doktor….

NOVEMBER 2020

Hmmm, schlechte Nachrichten, Verdacht auf Zungengrundkrebs. Hier werde ich meine Empfindung beschreiben, wie ich mit meinem Mindset zu diesem Thema umgehe, welche konkreten Entscheidungen ich getroffen habe. Was interpretiere ich als den dahinterliegenden Sinn. Bin ja bekanntermaßen für die Initiierung von alternativen Sichweisen bekannt. (Mit Schmunzeln auch Klugscheisser genannt.)

Anyway, …… heute

20.MAI 2021

ist bekannt, dass die OP im Dezember nicht erfolgreich war, dass es ein Rezidiv gibt, dass recht agressiv sich ausbreitet. Daher, beginne ich nun einerseits mit einem Rückblick, andererseits mit dem Begehen eines neuen Gebietes an existentieller Herausforderung. Allerdings diesmal nun, nicht alleinig von mir abhängig.

Hier teile ich nur meine Interpretationen. Was hat mein bisheriges Leben mit dem Krebs zu tun? Welches sind bisherige, bzw. künftige Erkenntnisse? Wozu soll mir dies alles nun geschehen? Hat auch das einen Sinn? Was sind die für mich gültigen Herausforderungen? Wie ist dies mit dem Thema Liebe verbunden? Kann ggfls. meine Haltung von „innerer Unabhängigkeit“ dabei behilflich sein? Ok, zurück zum Anfang,